Willkommen zum Textdosis-Blog und zu meinem ersten Eintrag.

An dieser Stelle möchte ich künftig regelmäßig einen Blick in interessante internationale Healthcare-Blogs werfen. Dabei beschränke ich mich nicht auf klassische Weblogs, sondern beziehe die gesamte sozial-digitale Kommunikationssphäre mit ein. Es können also auch (Achtung, Anführungszeichen) redditierte, getwitterte, gepinnte oder in anderen Formaten gepostete Mitteilungsformen sein.

Ebenso vielfältig ist die Auswahl der Kanäle: Vom privaten Einzelblog bis zum Medienblog, vom Posting im Blog-Netzwerk oder auf der News-Plattform bis zum Beitrag im Videoportal berücksichtige ich ganz unterschiedliche „Trägermedien“. Die meisten Blogs richten sich an ein breites Publikum, einige fachwissenschaftliche Journale sind auch dabei. Immer gegeben ist der Bezug zur Medizin, zur Gesundheit.

Neben der reinen Themenschau werde ich an dieser Stelle stets auch etwas „Social Listening“ betreiben und bestimmte Themen im Netz mit Hilfe einschlägiger Monitoring-Tools näher analysieren.

In der vergangenen Woche ist mir zum Beispiel aufgefallen, dass sich die Deutschen, jedenfalls gemessen an der Anzahl von Google-Suchanfragen, weniger für die Alzheimer-Krankheit zu interessieren scheinen als ihre europäischen Nachbarn, namentlich die Franzosen und die Briten. Das Informationsbedürfnis zu Morbus Parkinson zum Beispiel übertraf die Neugier auf Alzheimer hierzulande bei weitem – und das sogar am Welt-Alzheimer-Tag. Anders in Frankreich: Dort herrschte schon in der Woche vor dem Aktionstag ein durchweg starkes Interesse an der Demenzerkrankung, erst recht war das am „World Alzheimer’s Day“ der Fall.

Ein genauerer Blick in die Daten gab Aufschluss. Während sich Franzosen wie Briten eher allgemein über Alzheimer informierten, gingen die Recherchen in Deutschland bereits in die Tiefe: Die Suchbegriffe mit dem stärksten Zuwachs waren „Homocystein“ (Nebenprodukt des Eiweißstoffwechsels, wird bei erhöhtem Blutwert mit Demenzerkrankungen assoziiert) und „Grüner Tee gegen Alzheimer“ (sic!).

Nun könnte man spekulieren (wenn man nichts anderes zu tun hätte): Sind wir ein Volk der versierten, lösungsorientierten Selbsthelfer? Oder steckt die möglicherweise hypochondrische Angst vor der Selbsterkrankung, die bei unseren Nachbarn weniger stark ausgeprägt zu sein scheint, hinter deutschem Wissens- und Erkenntnisdrang?

Kommen wir zum Schluss: Sie haben inzwischen nachgezählt und festgestellt, dass ich – anders als in der Überschrift vollmundig angekündigt – in diesem Beitrag keine 10 Gründe nenne, warum Sie meinen Blog künftig regelmäßig lesen sollten? Dann habe ich ein herzliches Anliegen: Lesen Sie meinen Blog künftig bitte nicht! (Lesen Sie stattdessen lieber ein Buch über die Beziehung numerischer Angaben zu Searchbots.)

À bientôt

Marcus Reiber