Das europäische Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat heute neue Lärmschutz-Richtlinien veröffentlicht. Der dort empfohlene Grenzwert für Windkraftanlagen liegt bei durchschnittlich 45 Dezibel am Tag. Liegt der Geräuschpegel darüber, kann er laut WHO krank machen (Evidenz für kardiovaskuläre und metabolische Risiken).

Zum Vergleich: Geräusche in der Wohnung, ein Kühlschrank oder ein normaler Regenschauer verursachen einen Lärmpegel von ca. 55 Dezibel; Flüstern und leise Musik erreichen im Schnitt 40 Dezibel. Dieser Hörschall ist aber meist nur temporär, während Windräder dauerhaft, auch im Ruhezustand, Lärm produzieren – tieffrequente Geräusche, sogenannten Infraschall.

Der WHO-Richtwert für Windturbinenlärm ist jedenfalls niedriger angesetzt als der vom Bundesumweltamt (UBA) derzeit vertretene Tagesgrenzwert von 55 Dezibel. Die Behörde räumt beim Lärmschutz in Deutschland generell Handlungsbedarf ein, dies vor allem in punkto Verkehrslärm.

Das sonst so schnelle Netz reagiert auf den Lärmbericht der WHO zunächst zögerlich. Vorerst twittern nur ein paar notorische Anti-WKAler über die institutionelle Argumentationshilfe gegen störend brummende Windräder. Vertreter alternativer Energieerzeuger halten dagegen. Die Benennung gesundheitlicher Risiken bei der Nutzung regenerativer Energien scheint nicht im Trend zu liegen.

Lärmschutz aber schon: Das Google-Trendbarometer verzeichnet ein Zwölfmonatshoch bei diesem Thema, gemessen an der Zahl der Suchanfragen in Deutschland. Analog steigt das Interesse an Gehörschutzprodukten: Der Suchbegriff „Ohrenstöpsel“ („earplugs“, „bouchons d’oreilles“) erreicht heute einen neuen Spitzenwert – europaweit.