Werfen wir einen Blick in ausgesuchte Science-Blogs. Und beginnen wir mit NovelTargets (NT), einer Podcast-Plattform mit ganz hervorragenden Kontributoren. Schwerpunkt sind neue Erkenntnisse und Entwicklungen in der Zell- und #Gentherapie und ihre Bedeutung für die #Onkologie.

In einer weiteren Folge der NT-Podcast-Serie „Im Schatten der T-Zellen“ erörtern internationale Experten das Potential der sogenannten natürlichen #Killerzellen (NK-Zellen) in der #Krebsimmuntherapie. Hintergrund sind die bemerkenswerten Erfolge der CAR-T-Zell-Therapien, von denen zwei in Europa zugelassen wurden und eine inzwischen auch in Deutschland verfügbar ist. Sie zeigen, in welche Richtung die immunonkologische Forschung geht: Künftig sollen gentechnisch modifizierte #Immunzellen mit neuen Spezifikationen ein breiteres Spektrum von #Tumorerkrankungen bekämpfen können.

In dem Audiostück berichtet Dr. @MichaelCaligiuri, Chefarzt am #CityOf HopeNationalMedicalCenter in Kalifornien und früherer Präsident der #AmericanAssociationForCancerResearch (AACR), über seine Forschungen hinsichtlich CAR-modifizierter NK-Zellen. Das sind NK-Zellen, die mit einem synthetischen antigenspezifischen Rezeptor, dem „chimären Antigenrezeptor“ bzw. CAR, ausgestattet werden.

Caligiuri betont, dass noch viel #Grundlagenforschung notwendig sei, um die Funktionsweise der Immunzellen besser zu begreifen. Welche Rolle #Zytokine, immunregulatorische Proteine, bei der Aktivierung von NK-Zellen spielen, erläutern die US-Mediziner #ToddFehniger und #NickHuntington im Podcast. Der Franzose #EricVivier, Forschungsleiter beim Biotech-Spezialisten #InnatePharma, erzählt von seiner Arbeit mit monoklonalen #Antikörpern als Checkpoint-Inhibitoren, die es den NK-Zellen ermöglichen, die immunsuppressiven Strategien von Tumorzellen zu durchkreuzen.

Dr. @JamesGulley vom @NationalCancerInstitute (NCI) in den USA vermutet, dass es innerhalb der nächsten fünf Jahre zu einem weiteren Durchbruch in der #Immunonkologie kommen werde; möglicherweise durch eine Kombination von CAR-NK-Zell-Therapie und Checkpoint-Blockade, die neue Maßstäbe bei der #Krebsbehandlung setzen könnte.

Auf @STAT-News postet die in Boston lebende kanadische Medizinjournalistin @HelenBranswell einen Bericht über die neue Anti-Influenza-Pille #Xofluza (enthaltener Arzneistoff ist das Virostatikum #Baloxavirmarboxi) von Roche. Das Präparat, das zur Klasse der Endonuklease-Hemmer mit neuem Wirkmechanismus gehört, wurde von der Food and Drug Administration (FDA) vergangene Woche früher als erwartet für den US-amerikanischen Markt zugelassen. In Japan ist das Mittel bereits seit Anfang des Jahres zugelassen, die Verkaufsrechte liegen dort bei Arzneimittelhersteller #Shionogi, der Baloxavirmarboxi auch entwickelt hat. Die weltweiten Vermarktungsrechte hat sich #Roche gesichert, in den USA wird „Xofluza“ durch Roche’s Biotech-Tochter #Genentech vermarktet.

Angesichts des eher mäßigen Erfolges von Neuraminidase-Hemmer #Tamiflu (#Oseltamivir ) fragt sich Branswell, ob Roches neues #Grippemittel genügend Akzeptanz im Markt finden werde, zumal es mit einem Großhandelspreis von 120 US-Dollar relativ teuer sei. Im Jahr der Einführung werde Genentech Rabattgutscheine für Patienten mit und ohne Krankenversicherung anbieten.

Vorteil des schnell wirkenden Roche-Produkts: Es genügt eine Einmaldosis, während „Tamiflu“ fünf Tage lang zweimal täglich eingenommen werden muss. Die höhere „Convenience“ könne den Ausschlag geben, meint Branswell. Allerdings sollte „Xofluza“ innerhalb von 24 Stunden nach Auftreten der ersten Grippesymptome eingenommen werden, um seine volle Wirksamkeit zu erreichen – was im Alltag der meisten Patienten unrealistisch sei, gibt sich die Autorin skeptisch.

Ein weiteres interessantes Posting auf STAT-News stellt eine noch unveröffentlichte Studie aus den USA vor, bei der Forscher die #Gene von 500.000 Frauen und Männern untersucht und darunter vier #Genvarianten festgestellt haben, die entweder bei Menschen mit homosexuellen Erfahrungen oder bei heterosexuellen Menschen mit promiskuitivem Lebensstil auftauchten. Die Studie zeige, so Autorin #MeghanaKeshavan, dass es kein einzelnes „Homo-Gen“ gebe, sondern dass Nicht-Heterosexualität von mehreren verschiedenen Gen-Effekten beeinflusst werde.

Gleich mehrere Posts auf der US-amerikanischen Blog-Plattform @PLOS (Rubrik „Speaking of Medicine“) rücken die #Tuberkulose in den Fokus. Ein Gast-Blogger hatte anlässlich des „Global Tuberculosis Report 2018“ der #Weltgesundheitsorganisation (#WHO) die wissenschaftliche Gemeinschaft zu schnellem Handeln aufgerufen, um der #TBC „ein Ende zu bereiten“. In 2017 starben weltweit 1,6 Millionen Menschen an der bakteriellen Infektionskrankheit; rund neun Millionen Menschen erkranken jedes Jahr.

Nun plant die hinter PLOS stehende Non-Profit-Organisation für Wissenschaftskommunikation mit Sitz in San Francisco ein ganzes Dossier über „neue Methoden und Strategien zur Diagnose, Behandlung und Bekämpfung der TBC“, das im Frühjahr 2019 erscheinen soll. Wissenschaftliche Beiträge dazu können noch bis zum 9. November 2018 eingereicht werden. Zu den Mitherausgebern dieses Dossiers gehört Dr @RichardChaisson, Direktor des Center for Tuberculosis Research an der Johns Hopkins Universität, Kalifornien.

Zum Schluss ein Spotlight auf den chinesischen Wissenschaftsblog ScienceNet der China Science Journal Society in Peking. Dort wird zur Zeit ein Beitrag als „angesagt“ eingestuft, der sich mit dem #Recycling von menschlichem (und in erster Linie männlichem) #Urin beschäftigt. Im Mittelpunkt des Artikels von Ping Zhu steht der weltweit erste mit Harn produzierte Ziegelstein, der an der #UniversitätKapstadt, Südafrika, entwickelt wurde.

Das – im Vergleich zur klassischen Ziegelproduktion – energiesparende, ressourcenschonende Herstellungsverfahren für den Bio-Baustein ist die mikrobielle Karbonatfällung. Dabei reagiert Sandstein mit Bakterien, die #Urease produzieren, ein Enzym, welches den im Urin enthaltenen #Harnstoff spaltet. Die so entstehende zementartige Masse härtet in einer entsprechenden Form zum Baumaterial aus. Als Nebenprodukte fallen bei der Herstellung Stickstoff und Kalium an, die als Düngemittel Verwendung finden.

Blogger Zhu, männlichen Geschlechts,  fragt sich nun, welchen Effekt wohl weiblicher Urin auf die Qualität der Bio-Ziegel hätte. Any suggestions?