Die Datafizierung und Algorithmisierung der Medizin ist weiterhin ein vielbesprochenes Thema in Healthcare-Blogs weltweit. So geht Ashley Boynes Shuck auf der US-amerikanischen Content-Plattform #Healthline der Frage nach, inwieweit intelligente #Chatbots Patienten mit #rheumatoiderArthritis (#RA) in ihrem Alltag unterstützen können.

Programme dieser Art, wie sie kürzlich das #AmericanCollegeOfRheumatology vorgestellt habe, seien in der Lage, individuelle Ernährungs- und Verhaltensempfehlungen auszusprechen, über Arzneistoffe und Wirkmechanismen zu informieren, persönliche Arzt- und Medikationstermine zu überwachen und Hilfestellung beim Ausfüllen von Rezepten zu geben, schreibt die Autorin. Die Software übermittle aktuelle Patientendaten in Echtzeit an den behandelnden Arzt, der die Therapie dadurch besser steuern könne. Die Zahl der Praxis- und Klinikbesuche lasse sich in manchen Fällen reduzieren.

Viele RA-Patienten scheuten jedoch die Konversation mit #künstlicherIntelligenz (#KI), weshalb einige Programme mit realen menschlichen Trainern arbeiteten. Auf diese Weise würden die Compliance und Motivation der Anwender deutlich verbessert, meint Boynes Shuck.

Dazu passt ein Tweet von Blogger Lionel Reichardt alias #Pharmageek, der einen bei #PhilipsHealthcare tätigen Mediziner mit den Worten zitiert, KI werde in der Medizin Dinge ermöglichen, „von denen wir die letzten 500 Jahre geträumt haben“. Dies betreffe die Genauigkeit von Prognosen, die Qualität in der #Diagnostik (#Radiologie), die Erfassung und Kontrolle von Vitaldaten, die Personalisierung von Therapien, die Entwicklung neuer Arzneistoffe und nicht zuletzt die Effizienz in der Gesundheitsverwaltung. Mehr dazu hier.

Bleiben wir beim Thema #rheumatoideArthritis: Das Zytostatikum #Methotrexat (#MTX) zählt zu den Basismedikamenten bei deren Behandlung. Obgleich die Dosierung von MTX in der RA-Therapie deutlich niedriger ist als in der Tumorbehandlung, können auch hier kritische #Nebenwirkungen auftreten. Ein Patient, der den DHFR-Inhibitor offenbar nicht oder nur sehr schlecht verträgt, fragt andere Betroffene auf der Social-News-Plattform #Reddit (Subreddit r/rheumatoid) nach ihren Erfahrungen und erkundigt sich nach alternativen Arzneistoffen.

Etwa die Hälfte der Nutzer, die antworten, berichtet ebenfalls von gravierenden Nebenwirkungen. „Methotrexat machte mich tagelang richtig krank,“ schreibt einer und ergänzt, dass MTX dessen ungeachtet für die meisten Patienten wohl funktioniere. Ein anderes Forumsmitglied schildert: „Ich vertrage MTX nicht, die Nebenwirkungen waren schrecklich. Permanente Übelkeit, Magenprobleme, Haarausfall und die Hälfte der Woche Kopfschmerzen. Mein Arzt weigerte sich, mir ein anderes Mittel zu verschreiben. Erst, als ich den Arzt wechselte, lernte ich verschiedene Wirkstoffe kennen und probierte sie aus.“ Heute werde er erfolgreich mit #Actemra (#Tocilizumab) behandelt, das zu den #Biologicals zählt.

Viele Nutzer vermuten, dass sich MTX deshalb als Standardmittel durchgesetzt habe, weil es unter den krankheitsmodifizierenden #Antirheumatika (#DMARDs) das kostengünstigste sei. Als besser verträgliche Alternativen im Einzelfall werden von den Autoren unter anderem die (teureren) Bio-DMARDs und TNF-Inhibitoren #Enbrel (Etanercept) und #Humira (Adalimumab) genannt, aber auch die synthetischen DMARDs #Xeljanz (Tofacitinib) und Leflunomid, überwiegend jeweils als Monotherapie.

Auf die Bedeutung einer entzündungsentlastenden Ernährung zur positiven Unterstützung bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen (#Rheumadiät) macht die Bloggerin und Buchautorin Michaela Döll auf der naturkundlichen Gesundheitsseite Sanitudo aufmerksam. Grundlage bilden die Empfehlungen der #DeutschenGesellschaftFürErnährung (#DGE), also eine Ernährungsform mit reduzierter Arachidonsäurezufuhr (tierische Fette) und erhöhter Aufnahme (Supplementierung) von n-3-Fettsäuren (Seefisch, Fischöl, bestimmte Pflanzenöle) sowie Antioxidantien (Gemüse, Obst). Darüber hinaus kann der regelmäßige Verzehr von Ingwer (Scharfstoffe wie die Gingerole; ätherische Öle wie das Zingiberen), Brokkoli (Glucosinulate), Brennnessel (Steroide, organische Säuren in der Wurzel), Gewürzen wie Kurkuma (Curcumin) und Basilikum (ätherische Öle wie das Eugenol) sowie der #AfrikanischenTeufelskralle (vermutlich Harpagosid in der Wurzelknolle) nach Auffassung der Autorin, die verschiedene Studien anführt, die antiinflammatorische Ernährungstherapie sinnvoll ergänzen.

Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) liegt übrigens im Trend: Auf #YouTube widmen sich über 300 Videos dem krautigen Sesamgewächs in seiner Bedeutung als Human-Phytotherapeutikum, die überwiegende Mehrzahl davon nichtkommerziell. Ein aktuelles Affiliate-Influencer-Video aus Deutschland testet 10 Teufelskralle-Präparate und setzt das Produkt von #Ratiopharm auf Platz eins. Die Google-Suchanfragen für das Heilgewächs schießen pünktlich zu Beginn der nass-kalten Jahreszeit (#Gelenkbeschwerden) in die Höhe und erreichen den höchsten Wert der vergangenen 12 Monate. Zum Vergleich: Der Suchbegriff #Johanniskraut liegt aktuell 16 Zähler darunter, auf YouTube gibt es nur rund 100 Videos dazu. Wahrscheinlich wird es derzeit einfach noch nicht früh genug dunkel (#Winterdepression), trotz Normalzeit.

Die #Winterdepression ist übrigens eine von der #WHO anerkannte Krankheit, die in der neuesten Fassung der „Internationalen Klassifikation von Krankheiten“ (#ICD-11) der Gruppe der rezidivierenden depressiven Störung zugeordnet wird.

Wintertief? Hier geht es zum #Selbsttest! Und nicht vergessen: Eine Depression klingt ab, wenn man sich zusammenreißt und Schokolade isst. Davon zeigt sich jedenfalls fast jeder fünfte Bundesbürger überzeugt, laut „Deutschland Barometer Depression“ (2017). Neue Daten werden von der @DeutschenDepressionshilfe am 27. November vorgestellt (presse@deutsche-depressionshilfe.de).