Renaissance der Podcasts: Die Hörstücke zum Herunterladen sind wieder angesagt. Erstmals wurde der Deutsche #Hörbuchpreis in der Kategorie Podcast vergeben („Transformer“ von Christina Wolf). Auch im Gesundheitsbereich hat das Radio-on-Demand feste Speicherplätze erobert, wie Blogdosis am Beispiel von Wirkstoffradio und Novel Targets bereits zeigte. (Die NT-Autoren legen wegen fehlender Sponsoren übrigens gerade eine Pause ein.)

Nun springt auch die Bauer Media Group auf den Zug auf und bringt mit „Vitatalk“ ein eigenes Health-Hörformat heraus, als Zusatzangebot des Bauer-Gesundheitsportals (eigentlich: Media-Konzepts) „Praxisvita“. Themen der gerne auch mal 20 Minuten langen Beiträge bisher: Chia-Samen, Ibuprofen und Herzinfarkt. „Praxisvita“ tingelt auch auf Pinterest, dort erfahren breiteste Nutzerschichten zum Beispiel, welche Frisuren vor Haarausfall schützen, wie man erkennt, dass man Lungenkrebs hat, und was gegen (diese ewige) Müdigkeit im Büro hilft.

Auf #Instagram, das sich immer mehr zum Marktplatz und Shopping-Kanal für #Millennials entwickelt, sind mit 140.000 Beiträgen so viele Podcast-Links wie nie zuvor versammelt, der Hashtag #podcast taucht mehr als sechs Millionen Mal auf. Nur ein Bruchteil der Hördateien befasst sich freilich mit medizinischen Themen. Laut Listen Notes sind unter weltweit fast 650.000 Podcasts nur rund 1.800, die sich schwerpunktmäßig mit den Themen #Healthcare und #Pharma beschäftigen.

In den USA allerdings sorgte eine Podcast-Serie mit medizinischem Hintergrund im vergangenen Jahr für Spitzenwerte bei den Google-Suchanfragen: „Dr. Death“, ein Episodenwerk über den texanischen Neurochirurgen Dr. Christopher D. Duntsch, der 2017 wegen zahlreicher krimineller #Behandlungsfehler zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Zwei von ihm operierte #Patienten waren gestorben, etliche andere trugen schwere bleibende Schäden davon. Duntschs Fall gilt juristisch als richtungsweisend; zum ersten Mal in der amerikanischen Rechtsgeschichte ging ein Arzt als gefährlicher Pfuscher dauerhaft hinter Gitter.

Kaum zu glauben: Auf #Facebook betreibt „Dr. Death“ bis heute eine eigene Profilseite. Der letzte Besucherkommentar dort, geschrieben im Februar 2019, stammt vermutlich von einem ehemaligen Patienten Duntschs: „Großartiger Arzt! Wegen Schmerzen im unteren Rücken von ihm behandelt, seitdem vom Nacken abwärts taub. Endlich schmerzfrei!!!“

Rund 350.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an einer Herpes- zoster-Infektion (#Gürtelrose). Beim #Zoster, einer der häufigsten #Viruserkrankungen der Haut, handelt es sich um eine endogene Reaktivierung des Varicella-Zoster-Virus, der sich bei Erstinfektion in Form von #Windpocken manifestiert. Geschwächte #Immunabwehr, #Stress und Sonneneinwirkung können eine Gürtelrose begünstigen.

Bei Immundefizienz besteht das Risiko, dass der Zoster generalisiert und in eine postzosterische #Neuralgie (PZN) mit chronifizierten Schmerzen übergeht; die Häufigkeit der PZN liegt bei 10 bis 15 Prozent aller Zoster-Infektionen. Das Neuralgie-Risiko nimmt mit dem Lebensalter zu (70 Prozent Häufigkeit bei über 70-Jährigen).

Im Dezember hatte die Ständige Impfkommission (#STIKO) beim Robert Koch-Institut in Berlin die #Impfung gegen Gürtelrose mit dem adjuvantierten Totimpfstoff (Shingrix® von GSK) empfohlen, und zwar für alle Personen ab 60 Jahre sowie bei Personen ab 50 Jahre, bei denen eine #Immunschwäche oder eine bestimmte Grundkrankheit (Diabetes, HIV-Infektion, Rheuma, chronische Darm- und Lungenerkrankungen, chronische Niereninsuffizienz) vorliegt.

In diesem Monat beschloss der gemeinsame Bundesausschuss (GBA), die Zoster-Impfung in den Leistungskatalog der gesetzlichen #Krankenversicherung aufzunehmen. Nun wird die Schutzimpfungs-Richtlinie entsprechend geändert und zunächst dem Bundesministerium für Gesundheit vorgelegt. Mit einem Inkrafttreten der Richtlinie (durch Veröffentlichung im Bundesanzeiger) ist Mitte des Jahres zu rechnen; die Impfung ist dann de facto Kassenleistung.

Die meisten #Krankenkassen übernehmen die Kosten bis dahin schon einmal auf dem Erstattungsweg. Auch die Hausärzte (APIs) scheinen hinreichend informiert: Gegen Zoster und PZN wird zweimalig im Abstand von zwei bis sechs Monaten intramuskulär geimpft. Die Wirksamkeit über alle Altersgruppen ab 50 Jahren liegt nach Studiendaten bei 92 Prozent hinsichtlich der Prävention von Zoster, bei 82 Prozent hinsichtlich PZN. Der Impfstoff ist sicher, aber sehr reaktogen; nach Impfung kommt es häufig zu Lokalreaktionen (Schmerzen an der Injektionsstelle, Rötung und Schwellung) und systemischen Reaktionen (Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber), die ein, zwei Tage anhalten können.

Was die Dauer der Impfstoffwirksamkeit angeht, besteht allerdings derzeit noch Unsicherheit. Da es sich um einen neuen Wirkstoff handelt, lassen die vorhandenen Studiendaten keine verlässliche Aussage über die Langzeit-Immunogenität zu. Hilfreich ist ein Blick in das Epidemiologische Bulletin der STIKO. Auf Grundlage der dort wiedergegebenen Daten darf man davon ausgehen, dass eine ausreichende Schutzwirkung mindestens bis zum Jahr 4 nach Komplettierung des Impfzyklus‘ – vermutlich länger – gewährleistet ist.

Möglicherweise aber steigt in Deutschland bald der Bedarf an einem ganz anderen Impfstoff: Ixiaro®, das inaktivierte Vakzin zum Schutz gegen eine Infektion mit dem Japanischen-Enzephalitis-Virus (JEV).

Hersteller ist das französische Biotech-Unternehmen #Valneva, das sich auf die Entwicklung und Vermarktung von Impfstoffen gegen #Infektionskrankheiten „mit großem ungedeckten Bedarf“ spezialisiert hat. Kürzlich schloss Valneva mit dem US-amerikanischen Verteidigungsministerium ein Abkommen über die Lieferung von Ixiaro®  im Wert von 59 Millionen US-Dollar ab. Den Totimpfstoff, der sich auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation (#WHO) befindet, benötigen die US-Streitkräfte für Einsätze in Ländern, in denen die #JapanischeEnzephalitis (JE) endemisch verbreitet ist, vor allem Ost- und Südostasien. Doch die Vektoren für JEV, verschiedene asiatische #Stechmückenarten, allen voran die der Gattung #Aedes, breiten sich auch in den USA immer weiter aus.

Asiatische #Tigermücke (Aedes albopictus), Asiatische #Buschmücke (Aedes japonicus), Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) und Koreanische Buschmücke (Aedes koreicus) gelten „weltweit als höchst erfolgreiche invasive Arten“. Sie übertragen nicht nur JEV, gegen das es einen Impfschutz gibt, sondern auch nicht impfpräventable Viruserkrankungen wie #WestNilFieber, #Zikafieber, #ChikungunyaFieber und #DengueFieber (die umstrittene Impfung ist in Deutschland nicht zugelassen).

Inzwischen sind die #Moskitos als Neozoen auch in Deutschland angekommen. Asiatische Tigermücke und Asiatische Buschmücke haben sich hierzulande bereits etabliert. Kürzlich wurde die Koreanische Buschmücke – nach erfolgreicher Überwinterung dank milder Temperaturen – in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden ebenfalls nachgewiesen. Experten gehen davon aus, dass auch sie sich langsam in unseren Gefilden ausbreiten wird.

Wer sich weiter informieren will, dem empfehle ich den Twitter-Kanal #MosquitoborneDisease. Neuere Daten über virale und bakterielle #Zoonosen hat Eurosurveillance in seinem aktuellen Report zusammengetragen.